Facebook

Macht und Manipulation verlangen radikalen Rückschnitt

Manfred Hoefle

 

„Wenn du Informationen über jemanden brauchst, frag einfach. Sie vertrauen mir. Schwachköpfe.“ Das war die knappe Antwort von „Zuck“ (Mark Zuckerberg) auf die Frage eines Freundes, wie er an die Informationen über die vier tausend Harvard-Kommilitonen gekommen sei. Derartige Äußerungen junger Leute - so eine alte Lebensweisheit - sind meistens von offenherziger Ehrlichkeit und verdienen so genommen zu werden. Man sollte sich daran erinnern, wenn er als Chairman und CEO von Facebook, wohl ausgestattet mit eingeübten Antworten, beschwichtigend vor die Öffentlichkeit tritt.
In seiner Antwort stecken zwei bedeutsame Punkte: einmal das überhebliche Gefühl, unerwartet viel über die anderen zu wissen; und dann, diese zu verspotten, dass sie ausgerechnet ihm zutrauen, mit dem Wissen vertrauensvoll umzugehen. Wenn man jemanden Unvoreingenommen fragte, welch „Geistes Kind“ wohl dahinter steht, mit welchem Charakter man es bei einer solchen Person zu tun habe, fällt das Urteil bestimmt alles andere als erfreulich aus.

 

MYTHEN VERSUS REALITÄT

Ob und inwieweit Zuckerbergs Wort, seine und die Taten von Facebook nicht zu größter Besorgnis Anlass geben, stellt sich nicht erst seit den Anhörungen vom April dieses Jahres vor den beiden Kammern auf dem Capitol Hill.
Eine von ihm ständig wiederholte Behauptung war, dass Facebook eine neutrale Plattform und folglich nicht für Auswahl und Darbietung der Inhalte verantwortlich sei, somit auf keinen Fall eine Medienorganisation – und demzufolge seien andere für den Content verantwortlich. Beiläufig gestand Zuckerberg ein, dass Facebook doch so etwas wie ein Medienunternehmen ist. Eine andere Behauptung lautete: Facebook stehe „for keeping us safe, for informing us, for civic engagement, and for inclusion of all.” was auf eine Wohlfahrtsorganisation mit besten Absichten und ohne Fehl und Tadel schließen lassen soll. Niemand weiß es besser als Zuckerberg, dass das ein Mythos ist. Entgegen seinem früheren Gerede von einer offenen und vereinten Welt bedauerte er auf dem World Economic Forum, dass sich der von Facebook erwünschte Ausbruch aus isolierten Gemeinschaften nicht seinen Erwartungen gemäß entwickelt; ohne auch nur ein Wort darüber zu verlieren, dass Facebook dabei kein unbeteiligter Dritter ist.

Desweiteren: Die gewohnte Selbstdarstellung von Facebook als „idealistic and optimistic company“ vermittelt ein grundlegend falsches Bild. Man denke an die aggressive, undurchschaubare Verwertung aller persönlichen Daten meist ahnungsloser Nutzer, wehrloser obendrein, sobald sie eingeloggt sind. Gutgläubigkeit wird systematisch in „Profit for Facebook“ umgemünzt. Und dann noch: Der Konzern rühmt sich andauernd der kostenlosen Bereitstellung einer sozialen Infrastruktur und unterschlägt dabei die völlig anormale Nettogewinnmarge von sage und schreibe 40% .(1) 

Und was soll man von der Rede halten? „Es ist unsere Verantwortung, eure Daten zu schützen, und wenn wir das nicht können, verdienen wir es nicht, euch zu dienen.“(2) Oder wenn im 5500 Worte fassenden Facebook-Manifesto “Building Global Community” unter anderem die Frage aufgeworfen wird: “How do we help people build an inclusive community that reflects our collective values and common humanity from local to global levels, spanning cultures, nations and regions in a world with few examples of global communities”? Man beachte die Betonung „unsere gemeinsamen“ Werte. Wessen Werte sind gemeint? Die nahezu unbesteuerten Gewinne oder die für Gemeinschaften unentbehrlichen Werte des Vertrauens und der Zugehörigkeit, die Facebook zu zerstören im Begriffe ist?

Facebook hat Tradition in der Formulierung großer Versprechungen: “Progress now requires humanity coming together not just as cities or nations, but also as global community.” Solch wohlklingendes Gerede soll von der Mission des Datengiganten künden, eine bessere und geeinte Welt herbeizuführen. Spricht ein normales Unternehmen so?

Zu Beginn des Arabischen Frühlings wurde die demokratische Wirkung dieses Social Mediums gepriesen, kurz danach war alles vergessen. Später wurden ethisch motivierte Gräueltaten in Myanmar und wiederholt Fälle von Lynchjustiz mit diesem Social Medium in Verbindung gebracht. Zuletzt bewegt die angebliche Wahlbeeinflussung via Facebook durch „Russland“ und pro Trump unentwegt Medien und Politik.(3) Als bekannt wurde, dass 87 Millionen Profildaten zu Cambridge Analytica zum Personal Targeting gelangten, brach breite Empörung aus, die aber bisher keinen nennenswerten Einfluss auf das Geschäft hat.(4)

 

EXTREM SMARTES GEWINNMODELL

So undurchsichtig der Umgang von Facebook mit Daten der Nutzer ist, so leicht ist das reale, nicht das vorgebliche Geschäft zu verstehen: Es geht um nicht mehr oder weniger als um die umfassende Monetarisierung von Nutzerdaten für Werbung; nicht um die vielen hehren Ziele kollektiver Freundschaft und allseitiger Weltverbesserung.

Die finanzielle Performance dieses erst 14 Jahre alten Unternehmens ist einzigartig.
2017 erreichte es einen Umsatz von rund 40 Mrd. USD und erzielte einen Nettogewinn von 16 Mrd. USD. Der Pro-Kopf Umsatz bewegt sich bei 1,6 Mio. USD(5) (bei aktuell 25 Tausend Beschäftigten). (6)
Die Marktkapitalisierung betrug in der Spitze rund 530 Mrd. USD, Facebook hat aktuell 2,2 Milliarden Nutzer, davon 1,4 Mrd. täglich aktive. Bezogen auf die Weltbevölkerung, ausgenommen China und der Großteil von Afrika, sind ca. 40% über Facebook vernetzt.(7) 

Die exorbitante Höhe erklärt sich aus einer singulären Konstellation der freimütigen und kostenlosen Überlassung von Nutzerdaten (entspricht dem Material-/Wareneinsatz bei einem Industrieunternehmen bzw. den Förderentgelten der Grundstoffindustrie) an einen Monopolisten, der mit geringem Software-Aufwand und kostengünstigem Rechnereinsatz seine „Wertschöpfung“ an Meistbietende verkauft – und die Gewinne nur marginal versteuert.(8) In der Betriebswirtschaftslehre und Volkwirtschaftstheorie kommen solche Fälle überhaupt nicht vor.

Das primäre Ziel von Zuckerberg war, die Facebook-Community mit größtem Eifer weltweit aufzubauen. Wachstumsraten von 50 Prozent waren die Norm. Die andere, wenig beachtete Seite vertritt Sheryl Sandberg(9), COO und Chefstrategin: die weitestgehende Verwertung der Daten für Werbung. Daraus wurde eine immense Bonanza. Nach dem fulminanten Mengenwachstum - in der Vorstellung von Zuckerberg immer noch nicht ausreichend ausgeschöpft - wird schon länger und in Zukunft noch stärker auf eine größere Abschöpfung jedes einzelnen Nutzers gesetzt. Kurz. Es geht um die Exklusivität, um die möglichst umfangreiche Inanspruchnahme des Nutzers.

Alles dreht sich um Aufmerksamkeit Im Englischen bildhaft als Eyeball time ausgedrückt - und die möglichst anhaltende Bindung der Nutzer. Um den Geldwert der Daten zu maximieren, ist der Nachweis wichtig, dass sich Nutzer exklusiv und permanent Facebook anvertrauen. Nach Aussage von Zuckerberg ist der durchschnittliche Nutzer in den USA 50 Minuten aufgeschaltet.(10) Nach einer Verlautbarung des Unternehmens ist das ausreichender Beweis für die Werthaltigkeit seiner Dienste: „The time people spend on our site is a good measure of whether we are delivering value to them.” Was wird da unter „Value“ verstanden? Man ist versucht zu fragen, ob nicht auch der ausgiebige Verzehr von Junk Food und Soda Drinks analog das Prädikat „wertvoll“ verdient?

Keine große Vorstellungkraft braucht es, sich auszumalen, wie das Geschäftsmodell sich weiter entwickeln wird. Versuche, Facebook um eine Verkaufsplattform zu erweitern, sind wahrscheinlich. Das wichtigste Ziel von Zuckerberg ist, Facebook dauerhaft als weltweit dominanten sozialen Mediendienst zu erhalten. Der Betrieb soll so weit wie möglich algorithmisiert werden,(11) eine Perspektive, die das mechanistische Verständnis von Kommunikation als Online-Interaktionen widerspiegelt.

 

AUF MANIPULATION GERICHTETE PRAKTIKEN

Nur Insidern waren die Praktiken bekannt, bei denen es darum ging, das Sozialverhalten online granular zu testen und zu manipulieren. Unter der Projektbezeichnung Microscope wurden mit Millionen Personen Hintergrundexperimente zur emotionalen Manipulierbarkeit durchgeführt. Mittelbares Ziel war offenbar, menschliches Verhalten zu beeinflussen und (demokratische) Gesellschaften lenken zu können (und zu wollen?). Facebook ist in guter Gesellschaft. Auch Alphabet/Google, Apple, Amazon werden Experimente zum Unterlaufen des freien Willens zugeschrieben. Eine „vereinheitlichte Verhaltensformel“ (sicher im Voraus zu wissen, um was sich jemand kümmert) soll die Grundlage für die Verfeinerung diagnostischer und manipulativer Praktiken bilden.

Wenig beachtet wird, dass Facebook über einen vor wenigen Jahren noch unvorstellbar großen proprietären Datenpool verfügt, der der Forschung entzogen ist. Dritte aus Universitäten haben keinen Zugriff und keinen Einblick, was untersucht und womit experimentiert wird. Veröffentlichungen gibt es nicht, alles wird hoch vertraulich behandelt, Kontrollen durch eine Ethikkommission existieren nicht. Facebook ist eine Black Box. Darum liegt die Vermutung nicht fern, dass mit ethisch bedenklichen Absichten und Mitteln hantiert wird.

Zur Auswahl von Nachrichten wurde „Trending“ eingeführt. Bei dieser Methode geht es darum, die am häufigsten mit „Like it“ versehenen Ereignisse automatisch auf bestimmte Persönlichkeitsprofile abgestimmt hervorzuheben und zu kommentieren. Dies soll ein erster Schritt zu „kuratierten“ (von Personal bearbeiteten) Nachrichten sein. Das Grundmuster läuft darauf hinaus, Inhalte einfach und gering differenziert, jedoch quantitativ gewichtet prioritär an Profilgruppen heranzubringen. Absehbares Ergebnis sind Resonanzräume, die gewohnte Einstellungen bestärken und über Belohnungsmechanismen Nutzer an das Medium fesseln. Seit Kurzem verweist Zuckerberg auf die großen zukünftigen Möglichkeiten von Artificial Intelligence (AI), um das Versprechen auf zu beseitigende Fehler leichter einlösen zu können;
was nicht erwähnt wird, ist die Aussicht auf noch raffiniertere Methoden der Verhaltensbeeinflussung.

Nach vielen Klagen, unter anderem von der deutschen Bundesregierung, über menschenverachtende, hetzerische, grob anstößige Inhalte, erklärte sich Facebook widerwillig zur Löschung auf Anfrage bzw. auf Hinweise hin bereit. Die dafür zugesicherte Neutralität wird aber offensichtlich nicht gewahrt. Beispielsweise werden nach amerikanischem Geschmack Nacktbilder schneller gelöscht als Bilder mit blasphemischem Inhalt.

Facebook kolportiert immer wieder, dass personale Daten in der Regel nur in aggregierter und anonymisierter Form weitergeben werden. Allerdings wird nicht zugegeben, dass durch die Kombination von mehreren Datenpunkten und Einbeziehung indirekter Angaben individuelle Profile dennoch herstellbar sind. Obwohl Facebook bei der Übernahme von WhatsApp erklärte, dass kein Datenaustausch stattfindet und WhatsApp unabhängig agieren werde, wurde später mitgeteilt, dass die Telefonnummern übertragen und Angaben zum Nutzerprofil ausgetauscht werden.(12)

Dem Wesen von Facebook entspricht das Ansinnen, Social Media zu usurpieren und mit allen Mitteln ein uneinnehmbares Monopol zu errichten. Der „studentische Startup“ ist fast explosionsartig zu einem Konzern gewachsen; etwa hälftig mit über bis dato 70 Firmenübernahmen. Die wichtigsten Akquisitionen waren Instagram (Photoaustausch-Dienst) und WhatsApp (mobiler SMS-Dienst)(13). Absicht ist, Social-Media-Nutzern nur die Wahl zwischen Facebook-Alternativen zu lassen oder ganz auf diese Form der Teilnahme verzichten zu müssen. Bemerkenswert ist die langjährige Verbindung zu dem antidemokratisch-libertär eingestellten Investor und Board-Mitglied Peter Thiel, der als dunkle Eminenz des Silicon Valley figuriert.(14)

 

BEFÖRDERN SOZIALER VERARMUNG

Die neulich aufgekommene Diskussion zu Facebook bewegt sich hauptsächlich um Datensicherheit und nicht um die Schattenseite sozialer Auswirkungen. In Verbindung mit dem Smartphone hat sich das Kommunikationsverhalten seit rund 10 Jahren stark verändert, leicht sichtbar bei Jugendlichen auf der ganzen Welt. Die Abhängigkeit von diesem Sozialinstrument im always-on Modus ist allgegenwärtig und erzeugt zu einem guten Teil eine Parallelwelt, in der der Einzelne glaubt in Gesellschaft zu sein, wenn er dauernd mit irgendwelchen Freunden in Verbindung steht, ständig Nachrichten gesendet erhält, täglich an nicht weniger als 2000 Interaktionen beteiligt ist. Die unmittelbare Welt wird mit einer Oberflächenwelt vertauscht. Die psychischen bzw. mentalen Folgen des Verhaltens sofortiger Befriedigung, großer Bequemlichkeit und augenblicklichen Nutzens sind unausweichlich. Der erste CEO von Facebook, Sean Parker, sprach von Facebook als einem „Monster“, das er hervorzubringen mitgeholfen habe.

Das beginnt mit einem Suchtverhalten von Kindesbeinen an, das in vielen Fällen chronisch wird und in die Einsamkeit führt. Erste Studien weisen auf die hohe Zunahme depressiver Zustände hin und belegen, dass mit der Dauer der Facebook-Aktivität die Nutzer unglücklicher werden. Das ist kein Wunder, weil die Dauerablenkung, die Beschäftigung mit oberflächlichen Ereignissen, die Überflutung mit Bildern, eine verkümmerte sprachliche Ausdrucksfähigkeit, Verwicklungen aufgrund der großen Zahl erwünschter Beziehungen(15) nicht folgenlos bleiben. Perfide ist, dass sich Facebook intensiv damit beschäftigt, die ausgeklügeltsten Methoden zu entwickeln, um sich des Unbewussten zu bemächtigen, um Nutzer nicht mehr loszulassen.
Ein Zeuge dieser Bemächtigung ist Chamath Polilaptiya, früher für den forcierten Zuwachs an „Facebookern“ verantwortlich. Für ihn war schon lange klar, dass Facebook-Nutzer vom System beherrscht werden, die meisten es aber nicht merken. Das ist die schlagende Bestätigung der Erfahrung, dass Bequemlichkeit und Ahnungslosigkeit gut zusammenpassen. Nicht einmal die schädlichen Folgen für die nahe Zukunft werden gesehen. Der sonst beim Rauchen und anderen Suchterscheinungen gestreng auftretende Staat mit den vielen Verhaltenswächtern steht abseits, obwohl diese Facette der Digitalisierung die größte psychologische Umwälzung der Gesellschaft innerhalb von nicht einmal einem Vierteljahrhundert ist.

Fügt man all diese Beobachtungen und die zunehmende Zahl von Studienergebnissen zusammen, kommt man unweigerlich zum Schluss, dass eine kolossale Veränderung der sozialen Beziehungen im Gange ist, die man mit Entpersönlichung und geistiger Verarmung umschreiben kann. In den Familien nimmt die Vertrautheit untereinander ab, die Anzahl „Friends“ schießt in die Höhe, aber echte Freunde werden immer weniger (oft hat man keine mehr), die Nachbarn werden weniger vertraut, die Zeit für das Engagement in echten Gemeinschaften nimmt ab; dafür ist man in online-Gemeinschaften präsent, in Meinungsforen banal, flapsig, streitsüchtig unterwegs und trägt unreflektiert zur Lockerung der Bindungen einer Gesellschaft bei. Vertrauensvolle Beziehungen dagegen waren zu allen Zeiten und in allen Kulturen Quell von Zufriedenheit. Die schon mehrfach nachgewiesene starke Abnahme psychischer Gesundheit in den USA während des letzten Jahrzehnts verheißt nichts Gutes. Die „Facebook-Community“ wird zusehends zu einer dysfunktionalen Gemeinschaft und zeigt vermehrt pathologische Züge.

Während Pharmazeutika und Medizingeräten oder Autos, Bahnen und Flugzeuge strengen bis strengsten Sicherheitsanforderungen unterliegen, lässt die Politik und mit ihr die angeblich so wachsame Zivilgesellschaft bei Social Media eine Sorglosigkeit walten, die Fahrlässigkeit gleichkommt. Nicht die Gesellschaft bestimmt, was Facebook machen darf, sondern sie lässt sich vielmehr von Facebook orchestrieren und täuschen.

 

ZWEIFELHAFTER CHARAKTER DES VORSITZENDEN

Startup-Unternehmen erhalten die „Corporate DNA“ in erster Linie vom Gründer und behalten sie vor allem dann, wenn dieser das Unternehmen sein Eigen nennt. Anfang 2004 als Student von Computer Science und Psychologie in Harvard launchte Zuckerberg zusammen mit vier anderen die Website „TheFacebook“ (unter thefacebook.com). Nach einem informellen Auftragsverhältnis (er sollte für andere programmieren) wurde ihm Ideendiebstahl vorgeworfen.(16) Die ungeklärten rechtlichen Verhältnisse untereinander wurden durch Ausgleichszahlungen bereinigt. Der Eindruck, dass es zum typischen „outsmarting“ von Kommilitonen gekommen war, konnte nicht entkräftet werden.

Das Sprichwort „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er die Wahrheit spricht“, hat umso mehr Berechtigung, als sich Unwahrheiten wiederholen. Zuckerberg hat in der Tat gleich mehrere Falschbehauptungen aufgestellt. So bestritt er (4/17) heftig, dass Facebook an der Verbreitung von Fake News beteiligt gewesen sei. Dann erklärte er, dass es „crazy“ sei anzunehmen, dass Facebook eine wie immer geartete Rolle bei der US-Präsidentenwahl gespielt habe. Auf Vorhaltungen der Bundeskanzlerin Merkel, dass Hate Postings unterbunden werden sollten, versprach er, dass „wir daran arbeiten“; aber lange Zeit war nichts Bemerkenswertes geschehen.(17)

Wenn sich Fehler und Falschverhalten nicht mehr leugnen lassen, wird vom Unternehmenschef immer das Ritual praktiziert: erst großes Bedauern und Entschuldigung, dann die Zusage, dass man sich intensiv damit befassen werde und schließlich ein paar kosmetische Änderungen als Nachweis dafür, dass das Mögliche getan wurde. Der jüngste Ausweis von Falschheit war das Lob für den neuen vorbildlichen EU-Datenschutz (DSGV) und die Bereitschaft von Facebook sich streng daran halten zu wollen. Prompt folgte die Ankündigung, sämtliche nicht-europäischen Nutzer (das sind alle außerhalb der USA) abzuziehen, damit sie nicht mehr dieser Regulierung unterliegen.

Fragwürdiges Verhalten und offensichtliche Vergehen werden damit abgetan, dass Facebook eben work in progress sei. Auch die zweite Hand von Facebook,zeigt, dass Dinge geschehen sind, die es nicht hätte geben dürfen. Bei den Wahlen in Frankreich und Deutschland sei Facebook „viel besser“ geworden.

Eine andere Seite seines Charakters: Nicht zufällig zur Weihnachtszeit 2017 bekannte Zuckerberg, dass er sich nicht mehr als Atheist verstehe und er Religion für etwas sehr Wichtiges halte. Im Jahr davor besuchte er Papst Franziskus und zeigte sich von dessen Demut und Liebenswürdigkeit beeindruckt.(18) Auf Anraten von Steve Jobs verweilte er 2008 im Ashram von Kainchi in Indien, um innere Sicherheit zu gewinnen. Vor zwei Jahren besuchte er die „Wild Goose Pagoda in Xi’an in China und sprach danach von „spiritual needs“. Wie viel davon ist Berechnung, welchen Anteil hat ehrliche Überzeugung?

Dass Zuckerberg an Selbstdarstellung außerordentlich viel liegt, beweist das Engagement ehemaliger Redenschreiber des Weißen Hauses, des früheren Speech-Coach von Obama, die Beschäftigung eines Teams von mehr als 10 zur Pflege seines persönlichen Webauftritts. Reden im Stile von State of the Union Address wurden zum Standard. Im Zusammenhang mit den groß angekündigten Reisen durch 31 Staaten der USA mit dem Ziel, besondere und gewöhnliche Leute und Orte kennenzulernen, wurden ihm Ambitionen auf die US-Präsidentschaft nachgesagt. Wie die meisten Silicon Valley-Player tritt er für ein Grundeinkommen ein, als Chef von Facebook selbstverständlich für Online-voting.

Im Übrigen: Zuckerberg ist Facebooks bester Lobbyist. Er war und ist stets darauf aus, mit den wichtigsten, nützlichen Politikern weltweit persönlich in Kontakt zu treten. Das geschah mit dem indischen Ministerpräsidenten Modi, einem Social-Media Anhänger(19). China-Präsident Xi (10/2017) allerdings ließ trotz aller Avancen den Facebook-Relaunch nach 2009 scheitern. Zuckerberg schwärmt immer wieder von der Wirkung seines Mediums auf Wahlen bei Politikern rund um den Globus und empfiehlt es als das Instrument, mit der jeweiligen Bevölkerung zu kommunizieren.(20)

Auffallen und Wohlwollen erntete Zuckerberg 2015 mit dem Versprechen, 99% des Vermögens über die Chan-Zuckerberg-Initiative“ (CZI) für „charitable efforts“ zu spenden.(21) Im Unterschied zu Stiftungen, wie die von Bill & Melinda Gates, erlaubt die Rechtsform der Limited Liability Company (LLC) die Nichtoffenlegung der Mittelverwendung und ermöglicht direkte Einflussnahme auf gesponserte Anliegen. Die Ausrichtung der CZI ist im Wesentlichen eine politisch-soziale, keine philanthropische. Mit enormen Mitteln sollen vor allem erfolgversprechende gesetzgeberische Anliegen unterstützt werden, was die Frage unangemessener politischer Einflussnahme nahelegt.(22)

Die Beibehaltung eines größtmöglichen Einflusses auf das Unternehmen ist Zuckerberg, der 60% der Stimmrechtsaktien hält, wichtig.(23) Diesen sieht er in der „Tradition“ eines gründergeführten Unternehmens, der Langfristorientierung und der Notwendigkeit, „bold moves“ durchführen zu können(24). Das wahre Motiv ist wohl der Wille, das Geschick des Unternehmens auf Lebensdauer bestimmen zu können. 

 

SCHLUSSFOLGERUNGEN

Facebook ist ein Unternehmen, das vorgibt, einen humanitären Auftrag im Weltmaßstab zu erfüllen. Der anmaßende Auftrag wird dazu benutzt, Macht über Individuen, Gemeinschaften, sogar Staaten auszuüben und Monopolgewinne zu erwirtschaften. Die Janusköpfigkeit ist in der Person des Gründers, Chairman und CEO Mark Zuckerberg verkörpert, dessen fragwürdiger Charakter sich als Student, „Nerd“ und Startup-Unternehmer zeigte. Charaktere, die wie er auch noch größten Erfolg damit haben, ändern sich aller Erfahrung nach selten. Die andere Seite ist seine Rolle als jüngster Elder Statesman, Missionar von Bring the world closer together und mit dem Versprechen, Spendabelster unter den Reichsten (Viertreichster der Welt mit einem Vermögen von 67 Mrd. USD im April 2018) zu sein. Die beiden Seiten machen Zuckerberg zu einer sinisteren Person. Und er ist außerordentlich mächtig. Mit der Mehrheit der Stimmrechtsaktien beherrscht er Facebook. In der Verbindung von Macht und Manipulation liegt eine von der Politik und der Öffentlichkeit stark unterschätzte Gefahr.

Pflicht eines jeden funktionierenden Staates ist, den Bürgern Schutz zu gewähren, des Eigentums, der Privatsphäre, körperliche Unversehrtheit (aber auch die psychische Verfasstheit) , laut Grundgesetz dafür zu sorgen, dass „die Würde des Menschen“ nicht angetastet wird. Im Falle von Facebook - übrigens auch in anderen Belangen des Internet auch – ist der Staat dieser Pflicht in beängstigendem Maße nicht gerecht geworden. Bislang erwies er sich als wohlwollender, bisweilen missmutiger Zuschauer, aber nicht als Sachwalter der Demokratie, geschweige denn als Unterstützer des Gemeinsinns. Ein solches Verhalten steht in krassem Gegensatz zu der ansonsten regelungseifrigen EU und dem umsorgenden Sozialstaat.
Während China aus Gründen der Autonomie und der unverkennbaren sozialen Kontrolle, Facebook den Zugang verwehrt, lässt sich Europa durch die Big5 (Alphabet/Google, Amazon, Apple, Facebook, Microsoft)(25) mehr oder weniger hegemonisieren.(26)

Das Wesen von Facebook macht die Verbindung von „sozialem Überwachungsmedium“ mit einer gewinnmaximierenden Agentur von Werbung bis hin zur Manipulation aus. Das Bestreben geht dahin, neben den Staat als bisher einzigen Souverän zu treten, nicht als nicht legitimierte und nicht rechenschaftspflichtige Non Government Oganization. Eine solche Stellung verlangt dringend nach Einschränkung, durch den jeweiligen Staat, durch die sogenannte Zivilgesellschaft und durch den Einzelnen.

Die Laissez-faire-Haltung einschlägiger und interessierter Kreise mit der Maßgabe, dass man bei einer solch jungen Entwicklung wie der von Social Media mit Regulierung zuwarten solle, weil man deren Verlauf nicht vorhersehen könne und die Gefahr bestände, die Dynamik solcher „Pioneers “ unnötig zu bremsen, ist angesichts allein des Falles Facebook nicht einsichtig. Mit großer Skepsis ist die erst jetzt bekundete Bereitschaft von Zuckerberg zu werten:Regulierung zwar einzuführen, aber mit wesentlicher Mitwirkung von Facebook. Die auch von anderen Internet-Playern angewandte Standardtaktik ist durchschaubar: zuerst sich über alles hinwegsetzten und jede Regulierung vermeiden, dann auf dem Gerichtswege mit allen Mitteln zu kämpfen, ggfs. kleinere Zugeständnisse machen, unter dem Druck der öffentlichen Meinung und wegen der Furcht vor geschäftlichen Risiken sich zur Kooperation bereit zu erklären, natürlich verbunden mit der Bereitschaft, die Regulierung mit zu bestimmen; schließlich kennt man sich in der Materie am besten aus und weiß, was die Nutzer wollen.

 

DIE DRINGENDE NOTWENDIGKEIT RADIKALER BEGRENZUNG

Es geht um mehr als um eigentlich selbstverständliche Maßnahmen wie Vorsichtshinweise, Vereinfachung der Abmeldung, leicht verständliche Nutzungsbedingungen und Unterbindung „nicht korrekter“ Postings. Weil Facebook alle psychologischen Tricks, technischen Möglichkeiten und rechtlichen Räume nutzen wird, die lebenslange Begleitung der Nutzer d.h. Aufbau und Pflege von Dossiers, Profile, Pictures – aufrecht zu erhalten, sind einschneidende Maßnahmen erforderlich. Die überschießenden Werbeerträge sind das Suchtmittel für Facebook geworden.

An oberster Stelle steht das Aufbrechen des Social-Media- Monopols, das Facebook de facto in kurzer Zeit geworden ist. Facebook beherrscht bereits 77 % des Mobilen SocialMedia-Marktes und hat zusammen mit Google einen Anteil von 88% der online-Werbung.(27) Machtkonzentration ist eine Gefahr für die Demokratie und die Freiheit der Bürger.(28) 
Das Begrenzungspaket für Facebook – gilt analog für Google – sollte umfassen:

  1.  Trennen von Instagram und von WhatsApp, um Nutzern reelle Wahlmöglichkeiten zu geben.

  2.  Einrichten eines unabhängigen Aufsichtsorgans mit dem Auftrag, über die Integrität der Daten und Manipulationen jedweder Art zu wachen.

  3.  Offenlegen der kritischen Algorithmen, die die Verwertung von Daten betreffen und Zwang zur Einräumung von Lizenzen im Bereich der Werbung.

  4. Einholen der Einwilligung und Entschädigung der Nutzer für die Weitervermittlung von Daten an Dritte.

  5.  Angemessene Umsatzbesteuerung am Ort der Benutzer.

  6.  Vorsehen hoher Strafen bei Missbrauch

Das Herausgreifen einzelner Maßnahmen ist nicht zweckdienlich. Als wirksamste Maßnahme soll die Abtrennung in Angriff genommen werden. Eine andere, das Geschäftsmodell grundlegend verändernde Variante wäre die Umstellung auf ein Gebührenmodell, das mehr oder weniger ohne Werbung auskommt.(29)

Die EU/der Staat müssen diese Maßnahmen als Paket angehen, da Facebook alles daran setzen wird, Regulierungen zu unterbinden oder einfach zu ignorieren. Die langjährige Praxis des Lobbying(30) und der politischen Einflussnahme liefert genug Ansatzpunkte dazu. Dass die europäischen Technokraten und nationalen Kartellbeamten von den Facebook-„Techies“ bisher ausgebootet wurden, sollte jedermann in Brüssel und Berlin eine peinliche Lehre sein. Die Aufsichtsaufgaben für die Digitalisierung, insbesondere für Social Media, sollten in einem Organ gebündelt werden. Der Aufwand sollte von den bis dato nicht regulierten Nutznießern aufgebracht werden.

Die Zivilgesellschaft muss die Macht konzernabhängiger Social Media, die Kultur verdrängen und die Demokratie aushöhlen, konsequent beschränken. Facebook hat sich dran zu orientieren, dass der Respekt vor der Person das überragende Gebot zu sein hat. Medienvielfalt wiederum ist ein elementares gesellschaftliches und kulturelles Gut. Alles, was zur Verödung der Medienlandschaft und zur Entpersonalisierung bei der Herstellung von Content führt, ist Einhalt zu gebieten. Deutschland/die EU sollten getreu in Sachen Social Media die Leuchtturmfunktion einnehmen, wie sie Kalifornien einstmals bei Abgasnormen für PKWs hatte.(31) Von öffentlichem Interesse sind auch eine umfassende Folgenabschätzung von Social Media/Facebook durch unabhängige Gutachter und Begleituntersuchungen zum Nutzerverhalten.
Nebenbei: Die Heroisierung von Zuckerberg und anderer Silicon Valley Größen in den Medien befeuert deren Ego und steigert grandiose Aspirationen auf die eigene Lebensverlängerung und spektakuläre „Moonshot“-Projekte, ist nichtsnutzig.(32)

Dem Einzelnen darf es nicht schwer gemacht werden sich von Facebook folgenlos zu trennen. Kinder und Jugendliche sollen früh und wiederholt über die Gefahren von Abhängigkeit von Social Media aufgeklärt werden. Eltern und Schule ist die diesbezügliche Vorbildfunktion deutlich zu machen. Nicht zuletzt sind Facebook-Mitarbeiter mit der Gewissensfrage zu konfrontieren, auf welcher Seite sie auf lange Sicht stehen wollen: auf der Seite des vertrauensvollen Umgangs in der Gesellschaft oder auf der Seite des Eigennutzes und der Ignoranz gegenüber dem Wohlergehen von Gemeinschaften, denen sie dauerhaft angehören wollen.

Diese Aufzählung macht den großen Umfang des Korrekturbedarfes deutlich.

Facebook hat die Grenze der sozialen Verträglichkeit längst überschritten. Der Zwitter von der vorgeblich dem Gemeinwohl dienenden Non Government Organisation (NGO) und aggressivem Kapitalmarktunternehmen muss dringend auf ein erträgliches Maß zurück geführt werden. Das gilt auch für die „Digital Relatives“: Alphabet/Google, Amazon, Uber und andere.

Manfred Hoefle, 16. Mai 2018

 

PDF Download: Denkschrift Nr. 28: Facebook

 

Quellen

Hinweis: Wegen der Quellenvielfalt werden keine Einzelangaben gemacht. Als öffentliches Quellenmaterial wurde verwendet: Fortune, Forbes, Time, New York Times, Economist, Guardian, Wired, FAZ, Handelsblatt.

Horstmann, Ulrich: Digitale Knechtschaft – Wie wir von Konzernen und Staaten gesteuert werden, REDLINE-Verlag, München 2018.

Links: Gründe und Wege zu einer „Charta Digitalis“ über die notwendige gesellschaftliche und rechtliche Gestaltung der Digitalisierung: Denkschirft Nr. 19

 

Dank gilt Armin Sorg, Andreas Seidel und Peter Strnad für die Mitarbeit. 

 

ANMERKUNGEN

(1) Die Umsatzrendite liegt damit bei rund dem Zweifachen von Apple.
(2) Anlässlich des Hearings vom 21.3.2018.
(3) Unerwähnt blieb, dass Obama bei seinem zweiten Wahlkampf mit Erfolg auf Facebook gesetzt hatte. Die Obama-Regierung pflegte ein ausgesprochen enges Verhältnis zu Google.
(4) Das Wissen über die „Big Data“-Aufbereitung durch Cambridge Analytica war schon seit mehr als einem Jahr bekannt. Es bedurfte eines Whistleblowers, um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen.
(5) Die Gewinnsteigerungen sind exorbitant: 2014 noch 3 Mrd. USD, 2016 bereits 10 Mrd. USD. Für 2018 wird ein Nettogewinn von 21 Mrd. USD auf einen Umsatz von 55 Mrd. USD angenommen, was einer Umsatzrendite von 38% entspricht. Der Gewinn von 16 Mrd. USD (2017) entspricht etwa dem addierten von VW und Siemens.
(6) Das entspricht etwa dem 7-Fachen des Pro-Kopf-Umsatzes von Siemens und dem 5-Fachen von SAP.
(7) Unter Einbeziehung von China und Afrika lag im Juni 2017 der Anteil bei 26,3 % (Statista 2018).
(8) Facebook steuert seine Erträge aus International Operations über Irland. Der zeitweise angewendete Steuersatz lag bei 0,005 %, während der durchschnittlich in den wichtigsten Ländern bei über 10% liegt, also dem mindesten Zweitausendfachen. Die an nationale Steuerbehörden abgeführten Beträge sind symbolischer Art.
(9) Sheryl Sandberg war vor ihrer Funktion bei Facebook Vizepräsidentin von Google, davor Stabschefin des Finanzministeriums und Beraterin bei McKinsey. Die Ausbildung in Wirtschaftswissenschaft (B.A.) erhielt sie an der Harvard University und an der Harvard Business School. Sie gilt mit als die mächtigste Geschäftsfrau und hat ein geschätztes Vermögen von zwei Mrd. USD.
(10) Umfasst Facebook, Instagram, Messenger, aber nicht WhatsApp. (Earnings Call 1 Q. 2016).
(11) Zuckerberg war immer darauf bedacht, den Betrieb zu automatisieren und mit wenig Personal auszukommen.
(12) In Europa streitet Facebook zurzeit auf dem Gerichtsweg dafür, die Nutzerdaten weiter verarbeiten zu dürfen. Ein diesbezügliches Verfahren ist beim Hamburger Oberlandesgericht anhängig.
(13) Kaufsummen: Instagram (2012) 1 Mrd. USD; 2017: 600 Mio. Nutzer; WhatsApp (2014) 19 Mrd. USD; 2017: 500 Mio. Nutzer. Im Vergleich: Twitter 284 Mio. Nutzer.
(14) Thiel ist u.a. Gründer und Großaktionär von Palentir, einem den Geheimdiensten nahestehendes Software-/Datenunternehmen („Big Data“), das nach verschiedenen Quellen Kontakte zu Cambridge Analytica unterhielt.
(15) Nicht von ungefähr wird Facebook als „Beziehungskiller“ bezeichnet.
(16) Das Gerichtsverfahren wurde 2008 gegen eine Zahlung beigelegt.
(17) Anlässlich der Uno-Vollversammlung vom 26/9/2015. Außer diesem Wunsch wurde allem Anschein nach nichts Kritikwürdiges geäußert.
(18) Mit dem Papst will er über die Bedeutung von „connecting people, especially in parts of the world without internet access“ gesprochen haben. Gastgeschenk war ein Flugzeug mit Solarantrieb, das der Herstellung von Verbindungen in nicht entwickelten Regionen dient. Von diesem Plan wurde nichts mehr vernommen.
(19) Besuch 9/2015 in USA. Typisches Statement von Narendra Modi . (30 Mio. Facebook-followers): „Es gibt nichts zu gewinnen, wenn man vor den sozialen Medien wegläuft.“ Post von Zuckerberg nach dem Besuch von Modi in der Facebook-Zentrale in Menlo, Park.
(20) Nach Zuckerberg: “In recent campaigns around the world… we’ve seen the candidate with the largest and most engaged following on Facebook usually wins”.
(21) Chan-Zuckerberg-Initiative“ (CZI) in der Rechtsform einer LLC (und nicht als transparente Stiftung)erlaubt eine Nicht-0ffenlegung der Mittelverwendung.
(22) Beispiele: Families Against Mandatory Minimums, Alliance for Safety and Justice, Beendigung von “mass incarceration”.
(23) Bei der Börsenplatzierung wurden zwei Aktienklassen geschaffen; 2016 wurde eine dritte Kategorie „nonvoting stock“eingeführt.
(24) Siehe „Note from Mark Zuckerberg“ (April 27, 2016).
(25) Auch als FAMGA stocks (Facebook, Apple, Microsoft, Google, and Amazon) bezeichnet.
(26) Das Streben nach Unabhängigkeit Chinas in allen wichtigen Bereiches des Internet zeigt sich beim Aufbau nationaler Champions: Tencent (Sofortnachrichtendienst und soziales Netzwerk), Baidu (Suchmaschine), Alibaba (Einzelhandelsplattform, Auktionshaus und weitere Dienste) Huawei (Telekommunikationsausrüster und Mobilphone-Hersteller).
(27) In USA; die Verhältnisse in Europa sind grosso modo ähnlich.
(28) Auf die Notwendigkeit, Größe zu begrenzen, hat der US-Bundesrichter Louis Brandeis (1856-1941) angesichts der Monopolbildung mit Nachdruck hingewirkt.
(29) Ein prominenter Vertreter dieser Alternative ist Evgeny Morozov, ein früher Warner vor den Auswüchsen der Plattformökonomie.
(30) Die direkten Ausgaben für Lobbying haben stetig zugenommen und liegen zurzeit bei rund 15 Mio. USD.
(31) Das ist eine den EU-Bürgern willkommene Aufgabe und leichter als die üblichen Vorschriften zu Feinstaub und anderem zu vermitteln.
(32) Beispielhafte Moonshot-Projekte sind:“Loon“ von Alphabet (Google X ) Internetverfügbarkeit mit solarbetriebenen Ballonen, um alle Weltregionen internetfähig zu machen. Ein ähnliches Projekt verfolgt auch Facebook. Oder das „8‘ Brain“-Projekt zur Direktübermittlung von Gedanken an Devices und somit