GERTH KLOS schreibt zur Planwirtschaft:

Sehr geehrte Autoren, sprich Fachleute der Branche,

natürlich haben Sie recht mit Ihren Thesen, mit der Überbesetzung von BWL-Abgängern in der Unternehmensplanung und -leitung. Sie alle sind samt dem Controlling sicher versorgt, eigentlich auch ohne Risiko, denn wenn die Ertragsdaten nicht mehr stimmen, da kann es nur an den überzogenen Lohn- und Lohnnebenkosten liegen. Leicht lässt sich dann die Produktion in osteuropäische Länder oder gar nach Asien verlagern. Eine ganze Generation von Mitarbeitern ist im Aufwind der Wirtschaft im vergangenen Jahrhundert und dann mit der Aufrüstung der neuen Bundesländer groß geworden. Es ist zu mühsam, heute noch selbst zu fertigen. Müsste man sich doch dabei in die Niederungen vor Ort begeben, um tatsächlich die Prozesse zu optimieren. Das Schreiben von Pflichtenheften für den Prozessablauf im Rechnerverbund ist einfacher. Liegt doch auch die Realisierung letztlich beim Zulieferer.

Wenn wir nicht anfangen, wieder selbst zu produzieren und jede Angestelltentätigkeit zu prüfen und in Frage zu stellen, wird es langfristig der Industrie nicht besser gehen. Nur Wertschöpfung in der eigenen Fertigung bewahrt vor dem Ausverkauf und gewährt langfristig die notwendigen Innovationen.

Der Erfolg des Planungsgehabes großer Konzerne wurde gerade erst in München beim notwendigen Verkauf ganzer Unternehmensteile sichtbar.

Fast peinlich, wenn man an die Prognosen einstmals großer Macher von zum Teil renommierten Beratungshäusern denkt.

Um auch diese Thema abzudecken: Das Consulting hat es mangels eigener Kompetenz oder der fehlenden Eigenschaft, sich zu vermitteln, an den Rand des Ruins gebracht. Obendrein hat das fehlende Berufsbild des Beraters Geschäftsvermittlung gegen Bares in Verbindung gebracht. Das wird der Branche so lange schaden, bis man sich auf wieder auf ehrliche Prozessberatung besinnt. Der Seniorenservice ist ein gutes Beispiel. Fachleute geben ihr Wissen weiter.

Das Rezept könnte auch im Inland helfen. Schade, es bringt nichts ein !!!

Ich wünsche Ihnen Erfolg, es wird in der Anspruchsgesellschaft mit den vielen Industrieschauspielern in der ersten und zweiten Ebene sicher sehr schwer sein. Erst ein Absturz führt zu neuen Überlegungen.

Trotzdem weitermachen, es muss ja nicht die Titanic sein, auf der die Musik spielt.

Gerth Klos