Eckard v. Leesen schreibt zum Outsourcing:

Ein (gut beschreibender) Kernsatz der Schrift lautet: „In der betrieblichen Praxis wird mit großer Regelmäßigkeit gegen das Gebot verstoßen, Prozesse im Gesamtzusammenhang zu sehen und zu managen." Entsprechend wird an anderer Stelle ausgeführt: „Unternehmerisches Denken ist ganzheitlich ..... Gesamtprozess, Gesamtkosten. Dagegen sind modische Managementkonzepte fast ausnahmslos Teilsichten der Unternehmenswirklichkeit." Reduziert ist die Aussage so zu verstehen: Das strikte Kostenstellendenken versperrt den Blick für Gesamtkosten. Oder auch: Viele Manager denken nicht unternehmerisch. Ganz trivial: Eine Hausfrau fährt auch nicht nur für Salz in einen Supermarkt, wenn sie dies günstiger (Gesamtbetrachtung!) vor Ort kaufen kann.

Die die Problematik klar und verständlich aufzeichnende Schrift stellt zuvorderst auf Produktion und Kosten ab. Ergänzen möchte ich dies aus Markt- und Servicesicht. Viele deutsche Kreditinstitute (vgl. v. Leesen in FAZ vom 6.2.03 „Finanzplatz Frankfurt verliert Kompetenz") haben vor etlichen Jahren neben Teilen des Handels auch Bereiche ihres Primärgeschäftes nach London verlagert. Der Markt für diese Geschäfte liegt aber insbesondere in Deutschland. So haben etliche Großunternehmen Finanzabteilungen ausgebaut. Unabhängig, dass die Finanzierung immer bedeutsamer für ein Angebot wird, haben so die Kreditinstitute eine Disintermediation, die Abwanderung von Personalkompetenz und eine schleichende Produktverarmung verstärkt. Die teilweise im Gang befindliche Rückverlagerung aus dem Hochkostenstandort und Handelsplatz London kommt (zu) spät.

Auch dieser Aspekt zum Thema Verlagerung unterstützt die in der Schrift aufgezeichneten Darlegungen.