Rainer Knoob, Bundesvorstand AUB e.V. schreibt zu Denkzettel Nr. 29:


Mit diesen Ausführungen laufen Sie bei der AUB offene Türen ein!
Wir fordern seit langem, dass sich Politik und Gesellschaft nicht nur mit Verhaltensregeln für Vorstände und Aufsichtsräte befassen sollten, sondern auch für Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmerseite und für Betriebsräte.

Dort, wo bereits feste Regeln bestehen (und die gibt es z.B. Bezahlung für freigestellte Betriebsräte) ist Rechtstreue von beiden Betriebsparteien zu fordern und stärker zu kontrollieren. Dazu muss dringend mehr Transparenz sowohl bei der Aufsichtsratsarbeit von Gewerkschaftsfunktionären und Arbeitnehmern als auch bei der Betriebsratsarbeit vor Ort geschaffen werden. Es ist doch überhaupt nicht einzusehen, dass Vorstände ihre Gehälter offenlegen und gedeckelt werden sollen, während Gewerkschaftsfunktionäre und Betriebsräte unter dem Deckmantel einer falsch verstandenen Verschwiegenheitspflicht Bezüge kassieren können, die ein gelernter Elektromechaniker bei einem normalen Berufsverlauf nie und nimmer erhalten würde. Es gibt keine "Karriere" als Betriebsrat - der Erfolg der Betriebsratstätigkeit bemisst sich nach demokratischen Grundsätzen allein im Wahlergebnis einer Betriebsratswahl - und niemals nach einer "Leistungszulage" durch den Arbeitgeber für einzelne Betriebsräte.

Rainer Knoob