Ralf Angstmann kommentiert die Denkschrift Nr. 11 (Wie Abschöpfung Unternehmen und Gesellschaft ruiniert) mit Sorge:

  

Ihre Denkschrift lässt mir keine Ruhe und hat mir eine gedankenvolle Nacht beschert. Es häufen sich die Fragen. Sind es nicht auch die Mechanismen der Abschöpfung, die in den letzten Jahren zu einer deutlichen Verteuerung der Lebensbasis geführt haben? Teils rasante Anstiege von Preisen für Primärenergien und für chemische Produkte (Dünger) verbunden mit den Wetten und der Spekulation auf Lebensmittel haben die Preise der Grundnahrungsmittel stark ansteigen lassen. Eine Verdoppelung des Weizen- oder Verdreifachung des Reispreises kostet uns hier in Westeuropa ein "müdes" Lächeln. Fürs Erste. 

Die Folgen sind globale Flüchtlingsströme, in denen Menschen ihr Leben riskieren, um ins gelobte Land der "Krisen- und Armutsverursacher", also zu uns, zu gelangen. Die Abschöpfung hat uns somit doch in eine globale, in eine Menschheitskrise geführt. Die Auslöser der Französischen Revolution, einer doch eher "regionalen" Politik-, Wirtschafts- und Bankenkrise, waren - verglichen mit dem, was sich derzeit weltweit "zusammenbraut" - marginal, - und doch war die "Explosion" in Mitte des 19. Jahrhunderts gewaltig.

Ein kühner Sprung: Abschöpfung wird von einigen Beobachtern als mitverantwortlich für manche Wurzeln des fundamentalistisch basierten, religiösen Terrorismus gesehen. Wenn die Hauptgründe auch woanders zu suchen sind, die Argumente, gegen die diejenigen ins Feld zu ziehen, die sich an der Armut der Welt bereichern, lassen sich - zumindest bei bildungsfernen Betroffenen - wohl schwer widerlegen. Quo vadis mundus?