Ethik als Regulativ von Skandalen in der Ökonomie

(Rede im Rahmen des Symposiums DIE ETHISCHEN DIMENSIONEN DER DIGITALEN GESELLSCHAFT). Mehr
Dezember 2016

 

Digitalisierung und Verantwortung: Fahrlässiger Umgang mit Software-Risiken

Wegen häufiger Explosionen von Dampfkesseln wurden vor 150 Jahren Überwachungsorganisationen ins Leben gerufen. Zum Nutzen aller. Und wie steht es heute um die Sicherheit in der Welt der Software: im Auto, im Verkehr, anderswo? Mehr 

 

Managementvergütung: Negativ-Benchmark VW — Vergleich zu Toyota

Von Benchmarks spricht man, wenn etwas, jemand hohe und höchste Maßstäbe setzt.
Aber es gibt auch das Gegenteil, repräsentiert von einem deutschen Traditionskonzern. Mehr
17. Mai 2016

 

Projektengineering — eine vernachlässigte Kompetenz

Frägt man nach den besonderen Kompetenzen der Industrie in Deutschland, erhält man von einschlägigen Kennern der Industrielandschaft gewöhnlich als Antwort:
Qualität und anspruchsvolle Produkte.
Frägt man weiter, wird auf Automobile Automatisierung, Fertigungstechnik, Maschinenbau, Prüftechnik, Sensorik und Anlagentechnik verwiesen.

Deutschland hat einen traditionell guten Ruf als Ersteller komplexer Anlagen für Infrastruktur, Energie und vor allem für die Produktion. Ein Unternehmen, das seit mehr als 150 Jahren für solche Aufgaben steht, ist Siemens. Projektengineering war eine Kernkompetenz. Um diese ist es in jüngerer Vergangenheit nicht mehr so gut bestellt.
Dieses Papier liefert Erklärungen dafür; zugleich eine Anleitung zur Wiedergewinnung vernachlässigter Erfahrungen und Fähigkeiten, von Leuten, die sich "auskennen". Mehr
3. Juni 2015



 

Memorial für Karl Heinz Beckurts

Heute, am 16. Mai 2015, wäre der Vorstand der Siemens AG und Leiter der Zentralen Forschung und Entwicklung 85. Zusammen mit seinem Fahrer Eckard Groppler wurde Karl Heinz Beckurts am 9. Juli 1986 auf dem Weg nach München-Perlach (mutmaßlich) von der RAF ermordet. An diesen großen Mann der Technik, Forscher und Beweger, erinnert Hans-Rainer Schuchmann, ein enger Mitarbeiter. Mehr

 

Einschätzung der Führungsqualität Ihres Unternehmens

Mitarbeitergespräche, Erhebungen zur Mitarbeiterzufriedenheit, auch Beurteilung von Führungskräften gehören zum Instrumentarium der Personalarbeit. Wo mangelt es da noch? Es fehlt eine umfassende Einschätzung der Führungsqualität eines Unternehmens; diese gibt es selten, und dann von Dritten, Medien und Beratern. Hier kommt Unterstützung mit einer Liste von Kriterien, Indikatoren und Erläuterungen. Nehmen Sie die Unterlage in die Hand und überlegen Sie, allein oder zusammen mit Kollegen/innen, ob und zu welchem Grad Ihr Unternehmen bereits manageristisch ist. Die zwei Seiten können hier heruntergeladen werden. Verbreiten Sie die Unterlage! Fangen Sie mit der Einschätzung gleich an; sie kann der Einstieg zu einer besseren Führungskultur werden.

 

Altbundespräsident Horst Köhler kritisiert erneut die Denaturierung der Marktwirtschaft und die daran Beteiligten „special interest groups" / Manageristen

(Auszüge aus der Rede „Der Kapitalismus – kreative Zerstörung?" vom 31. Januar 2013 in Herrenberg, Seiten 10-19)

„Wir leben aber möglicherweise nicht zuletzt deshalb heute in so unruhig-interessanten Zeiten, weil wir die vergangenen zehn, zwanzig Jahre ohne die Sehhilfe der Theorie verbracht haben oder mit den falschen Theorien, zum Beispiel mit der Theorie, dass man die Märkte und besonders den Finanzmarkt am besten sich selbst überlasse, weil der freie Wettbewerb und die ökonomische Rationalität der Marktteilnehmer schon für ausreichende Transparenz und Kontrolle sorgen würden.

Darum ein letzter Buchtip: Why Nations Fail baut auch auf einer brillanten Studie von Mancur Olson auf, die den Titel trägt: "Aufstieg und Niedergang von Nationen", und die sich ihrerseits ebenfalls auf Schumpeter bezieht. Olson geht vor allem der Frage nach, warum kleine, spezialisierte Interessengruppen viel leichter zusammenfinden und viel aktiver sind als große oder gar umfassende Gruppen wie etwa die Verbraucher oder die Steuerzahler und welche Folgen das Handeln der Sonderinteressengruppen, der special interest groups, für die Effizienz und für das Gesamteinkommen der Gesellschaften haben, in denen sie wirken.

Olsons Ergebnis: Kleine Sonderinteressengruppen bilden sich leicht und sind aktiv, weil ihre Mitglieder dafür starke ökonomische Anreize haben. Mehr lesen
4. April 2013

 

Das GE in Germany

Der Denkzettel Nr. 22 beschäftigte sich mit einer einseitigen Geschichte des Manager-Magazins über den
US-Mischkonzern General Electric (GE) und rückte manches gerade, was die Magazinmacher in ihrer Begeisterung für GE-Boss Jeffrey Immelt übersehen hatten.
Doch auch unserem Denkzettel fehlte etwas: eine Wette darauf, dass im folgenden MM-Heft eine GE-Anzeige platziert würde. Tatsächlich hätten wir die Wette gewonnen. Auf Seite 27 im September-Heft des Manager-Magazins verkündete der US-Konzern: "Wir sind das GE in Germany", verbunden mit dem Versprechen, Deutschland nachhaltiger zu machen. Den Hamburger Magazínmachern gebührt Dank, dass sie dabei so selbstlos Hilfe leisteten.
27. August 2012

 

Ackermann, Winterkorn und der Neidfaktor

Günter Ogger frägt nach der Angemessenheit der Vorstandsvergütungen in den DAX-Unternehmen. Damit lässt er es aber nicht bewenden. Er macht einen frappierend einfachen Vorschlag zu ihrer Eingrenzung. Mehr lesen
11. Mai 2012

 

GE Learns it the German Way – Eine späte Einsicht

Jüngst wartete das Wall Street Journal mit der Schlagzeile auf: New GE Way: Go Deep, Not Wide; und meinte damit die Abkehr von der jahrzehntelangen Praxis häufiger Job Rotation – eigentlich war es ein Job Hopping für High Potentials im Zwei-Jahres-Turnus. Das allseitige Kurzfristdenken wird zumindest in diesem Punkte aufgegeben. Mehr
21. März 2012

 

"Sind Unternehmer die besseren Manager?"

Kommentar zur Veranstaltung der Hanns Seidl Stiftung:
Es kann nicht genug getan werden, Vertretern soliden, nachhaltigen Wirtschaftens, verantwortungsvollen Unternehmern ein Podium zu geben. Graf zu Castell-Castell und Karl Ludwig Schweisfurth sind solche; und davon gibt es gottlob mehr als man landläufig weiß. In den Medien kommen sie nicht, auf jeden Fall zu wenig vor; im Bundeskanzleramt werden die "Großen" angehört. Die politische Untergewichtung des guten Mittelstandes ist ein ständiges Manko.
Die von Herrn Ogger deutlich angesprochene Schwäche der Aufsichtsorgane v.a. bei großen Publikumsgesellschaften ist eine chronische Schwäche in der Wirtschaft. Dieses Versagen hat zu den bekannnten, zu spät entdeckten und zum Teil immer noch bestehenden Auswüchsen geführt: Korruption, maßlose Vergütungen, Abwälzung von Kosten auf die Gesellschaft.
Um einen Fall anzuführen: Wer trägt die Folgekosten aus dem früheren, ungezügelten Import von billigen, nicht ausgebildeten Arbeitskräften? Natürlich die Allgemeinheit. Der notwendige Strukturwandel wurde so hinausgezögert, wie die Stahlindustrie und die Kohleförderung zeigen, und die nachfolgende Generation vieler – nicht aller! – Migranten ist zu einem Beschäftigungs-und Integrationsproblem herangewachsen, um das sich die Verursacher keinen Deut scheren.
Was fehlt ist ein sozialer Konsens, dazu, was sich auf jeden Fall nicht "gehört". Dazu zählt beispielsweise das schmähliche, durch Aufsichtsräte ermöglichte Verhalten von Führungspersonal im früheren Arcandor-Konzern: die Herren Middelhoff und Eick ("6 Monate – 10 Millionen"). Da fehlte eine gehörige Maßregelung durch die Vertreter der Steuerzahler (sie werden über die Folgen der Insolvenz unfreiweillig daran beteiligt) und die Wirtschaftsverbände, von denen diese Manager vertreten sind. Wo blieben die Stimmen der aufrichtigen Manager-Kollegen? Wo zeigt sich die Bereitschaft, rufschädigende Vorfälle offen an den Pranger zu stellen? Wen wundert's, wenn es um das Image der Manager(isten) so schlecht bestellt wie noch nie?
Eine Demokratie, ein Gemeinwesen ist eine Einheit, nicht ein Nebeneinander selbstsüchtig agierender Gruppen und von anonymen Transfereinkommen Abhängiger. Soll die Marktwirtschaft nach dem Ideal der Gründerväter gelingen, müssen des gesellschaftlichen Zusammenhanges wegen Auswüchse zurückgeschnitten werden – oder anders gesagt – der Managerismus eingefangen werden.
19. April 2010

 

General Electric (GE) – Götterdämmerung

Eine umfassende Würdigung dieser „Hybrid"-Company, des allseits bewunderten Finanz-, Industrie- und Medienkonzerns, ist längst angebracht. Selbstdarstellung und Medienberichte geben ein partielles, zu vorteilhaftes Bild ab. Mehr
28. April 2011

 

Ikone der Korrektheit und Professionalität gefallen: Ex-Chef Gupta und weitere McKinsey-Leute angeklagt.

Die SEC klagt gegen Rajat Gupta (1948) als Aufsichtsrat von Goldman Sachs und Procter & Gamble wiederholt Insiderwissen an einen Hedge-Fonds weiter gegeben zu haben. Dieser Fall ist einzigartig, bizarr. Im Zentrum steht die langjährige Nr. 1 des weltweit bekanntesten Beratungsunternehmens. Mehr
10. März 2011

 

Darüber hinaus – mehr zur „McKinsey-fizierung"

In der Tat gibt es wenig – schon gar nicht Aktuelles über McKinsey (wie übrigens auch über Goldman Sachs); nicht mal der Umsatz der „Firma" wird bekannt gegeben. Vertraulichkeit auf sich bezogen hat traditionell System. Über die im Beitrag von Julius Lengert aufgeführten Fälle und Vorkommnisse hinaus, soll noch auf einige „Hot Spots" gezeigt werden: Mehr
5. Juli 2010

 

Bundespräsident Köhler kritisiert Exzesse

Bundespräsident Horst Köhler hat scharfe Kritik an Fehlverhalten und zu hohen Gehältern in der Wirtschafts- und Finanzwelt geübt. "Es gab Exzesse. Da kann die Politik nicht einfach zur Tagesordnung übergehen", sagte Köhler der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse". 1) "Was einigen abhanden gekommen ist, das ist die Haltung: 'So etwas tut man nicht'." Es gehe "auch um Fragen des Anstands". Der Bundespräsident forderte die Finanzelite auf, sich einer kritischen Selbstreflexion zu unterziehen. Dies gelte auch für die Aufsichtsorgane.
2) Unternehmen könnten nur dauerhaft Wertschöpfung erbringen, wenn sie in die Gesellschaft eingebettet seien und von ihr getragen würden, mahnte Köhler. "Verschwindet dieses Bewusstsein, zum Beispiel, wenn die Unterschiede in den Bezügen zu groß werden, dann steigen die Spannungen in unserer Gesellschaft", warnte er. 3) "Die Freiheit war hier praktisch schrankenlos geworden", sagte Köhler. In schrankenloser Freiheit stecke aber auch Zerstörungskraft. "Deshalb muss es jetzt darum gehen, die Finanzmärkte wieder in die Schranken zu weisen, sie zu kultivieren", forderte Köhler. "Der Markt braucht Regeln und Moral."
17. März 2009